Jeder neue Tagesbrief setzt den gestrigen und vorgestrigen Brief fort.
Wenn Sie heute neu auf diese Seite kommen, fehlt Ihnen mitunter der
Zusammenhang, der stellt sich aber nach ein bis zwei weiteren Briefen
morgen und übermorgen ein.



(Gestriger Tagesbrief vom )

Liebe Freundin, lieber Freund,

mit dem Verstand versuchen wir; dieses Risiko zu minimieren. Diese Rechnung aber geht nicht auf, denn wir schneiden uns auf diese Weise von unserem Gefühlsleben ab. Einen anderen Menschen zu lieben erzeugt in uns nicht nur Freude, sondern auch die Angst, er könne nach rationalen Erwägungen >der (die) Falsche< sein. Doch da der Weg zur Liebe eindimensional über die Seele führt, können wir eigentlich, sofern wir lieben, nicht den (die) Falsche() oder das Falsche lieben. Es ist immer richtig und beglückend, zu lieben. Erst danach kann der Verstand die Frage stellen, ob er, aus rationalen Erwägungen heraus, mit diesem Menschen eine Lebensgemeinschaft eingehen möchte. Natürlich möchte man nicht mit jedem, den man liebt, auch zusammenleben. Darauf kommt es aber auch gar nicht an. Du wirst ja auch nicht jeden Baum, den du schön findest, unter dem du im Sommer sitzt und meditierst, in deinen Garten verpflanzen wollen.

Diese Erkenntnis über die Liebe ist eine wunderbare Öffnung in die Freiheit, die jegliche Angst verweht. Du lässt deiner Liebe freien Lauf und kontrollierst sie nicht mit dem Verstand, und dabei hört auch der Wille auf, dich zu zwingen, jemanden zu lieben, weil es >vernünftig< wäre, ihn zu lieben.
Herzliche Grüße
- bis morgen