Jeder neue Tagesbrief setzt den gestrigen und vorgestrigen Brief fort.
Wenn Sie heute neu auf diese Seite kommen, fehlt Ihnen mitunter der
Zusammenhang, der stellt sich aber nach ein bis zwei weiteren Briefen
morgen und übermorgen ein.



Liebe Freundin, lieber Freund,

du kannst dich auch in deiner Sexualität erkennen. Deine sexuelle Stimulanz sagt dir, wer du bist, aber auch die Lust des anderen sagt dir, wer sie (er) ist. Aber auch das ist nicht einfach zu schablonisieren. Wer sich sexuell gerne unterordnet, ist nicht frei von Machtbestrebungen, und wer gerne dominant sexuell agiert, ist nicht zwangsläufig ein Machtmensch. Dominanz bedeutet auch nicht zwangsläufig Sadismus, und Anpassung oder Unterordnung nicht Masochismus.

Wir sind Geprägte dieser Gesellschaft. Geformte eines breiten Erziehungsmusters, Individuen, denen verschiedenste Verhaltensmuster und -weisen in einem komplexen Kontext begegnen. Wir sind Gestörte und Geschädigte. Wir können nicht frei umgehen mit unserer Angst, mit der Dominanz und der Unterordnung.

Wir beziehen deshalb auch Lustgefühle aus einer neurotischen Haltung. So werden Dominanz und Unterwürfigkeit zu einem sexuellen Problem. Das sexuelle Lustgefühl geht fatale Verbindungen ein, und die Sexualität löst sich von der Liebe ab.
Herzliche Grüße
- bis morgen