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Liebe Freundin, lieber Freund, |
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ich meine eine Selbstbetrachtung, die nichts bewertet und nichts machen möchte und die dennoch keine Inaktivität ist. Lasss deinen Geist seine Gedanken entfalten. Du wirst dann feststellen, wie aktiv das Denken ist; es fügt einen Gedanken an den anderen; lass es einfach geschehen, wie es geschieht, und betrachte das, ohne einzugreifen. Sei nicht beunruhigt, wenn die Gedanken nicht mehr logisch zu sein scheinen, sondern ein Eigenleben entwickeln. >Es denkt in dir< - und du schaust zu. Gedanken rufen Gefühle in dir hervor; du betrachtest sie, und es fühlt in dir. Auf diese Weise kommst du in Kontakt zu all dem, was in dir geschieht. Du wirst überrascht sein, welche Gedanken in dir sind, wie sie sich entfalten und wieder sprunghaft zu etwas anderem übergehen, weil die wachgerufenen Gefühle neue Gedanken anregen und diese wieder neue Gefühle erzeugen. Du erkennst, wie das Denken und das Fühlen miteinander verbunden sind. Gefühle erzeugen assoziativ Gedanken, und diese erzeugen Emotionen. So lernst du kennen, was in dir vorgeht, was dich beschäftigt und bewegt. Wichtig ist dabei, dass du nur aufmerksam beobachtest. In der Umgangssprache heißt es, »den eigenen Gedanken nachhängen«, doch »den eigenen Gefühlen nachfühlen« ist dagegen nicht gebräuchlich. Das zeigt: Wir messen den Gedanken mehr Bedeutung zu als den Gefühlen.
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Herzliche Grüße
- bis morgen
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