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Liebe Freundin, lieber Freund, |
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die Angst sagt dir: Da gibt es »etwas«, was dich ängstigt. Die Angst hat eine Ursache. Es ist da etwas, das dir unheimlich vorkommt, etwas, das du nicht klar genug siehst, oder etwas, das dich bedrohen könnte. Du wirst feststellen, dass dein Denken und die Realität auseinanderklaffen. Ich gebrauche jetzt nur ein Beispiel: Du möchtest diesen Job annehmen, weil du dann mehr Geld verdienst. Aber beim Vorstellungsgespräch fühltest du dich in der Gegenwart deines späteren Chefs äußerst unwohl. Du spürtest, dass du mit seiner Mentalität nicht zurechtkommen wirst. Dir wird klar, dass du auf einige Fragen ausweichende Antworten erhalten hast. Du willst diesen Job, aber du hast Angst, dass es schiefgehen wird. Es »stimmt« etwas nicht. Die Angst warnt dich. Du wirst dir also Gewissheit verschaffen und diese klärenden Fragen noch stellen. Nicht die Angst soll niedergerungen und überwunden werden, sondern das, was dir Angst macht, sollte noch geklärt werden. Mutig ist nicht derjenige, der die Angst nicht beachtet (er ist eher dumm), sondern mutig ist derjenige, der seiner Angst auf den Grund geht und alles betrachtet, was damit zusammenhängt, um dann die weiterführenden Fragen zu stellen, um sich mehr Gewissheit zu verschaffen. Es ist mutig, die Realität so zu sehen, wie sie ist, sie also nicht zu schönen.
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Herzliche Grüße
- bis morgen
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